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Vom Tuch zum T-Shirt - und alles ganz fair

01.07.2011 10:29
| Elke Schilling

 

WAZ/WR

Alma & Lovis in der WAZ/WR Ausgabe vom 18.06.2011

Die Jornalistin Katja Büchsenschütz hat uns besucht und berichtet jetzt über die Arbeit, Philosophie und Antriebskraft von Alma & Lovis in folgendem Artikel:

 

>>Hier geht es zum Artikel

 

 

 

 

 

Vom Tuch zum T-Shirt – und alles ganz fair

Das Modellabel Alma & Lovis von Heike Pütthoff und Elke Schilling steht für nachhaltig produzierte Kleidung

Katja Büchsenschütz

 

werkstatt  Der Modekauf kann mitunter zur Gewissensfrage werden. Fällt der Blick doch spätestens beim Bügeln schon mal aufs Etikett von T-Shirt oder Jeans. Steht da dann etwa „Made in Bangladesch“, mag man sich nicht ausmalen, unter welchen Umständen das vermeintliche Schnäppchen produziert worden ist, wie die Baumwolle dafür geerntet wurde und welche Bedingungen herrschten, in denen die Näherinnen arbeiten mussten. Anders bei der Mode von Alma & Lovis. Denn das Castrop-Rauxeler Modelabel steht nicht allein für einen schicken Stil, sondern vor allem für nachhaltig und fair produzierte Kleidung. Auf dem Weg dahin hat Heike Pütthoff, die das Label Ende 2010 zusammen mit Elke Schilling gegründet hat, viele Erfahrungen in der Modebranche gesammelt. Als gelernte Schneiderin und studierte Bekleidungsingenieurin weiß sie, wie aus der Baumwolle zunächst Tuch und schließlich T-Shirt wird. „Ich habe über Jahre hinweg neue Sichtweisen entwickelt – nicht nur was die Branche angeht“, sagt die 41-Jährige. Dazu beigetragen hat auch die Tatsache, dass sie Mutter wurde. „Wer denkt, denkt dann anders“, beschreibt die Castrop-Rauxelerin ihre innere Wandlung. Schnell war klar, dass auch ihr eigenes Label das Credo „sozial und fair“ erfüllen sollte. Bei der Recherche stieß Heike Pütthoff unter anderem auf den Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft, der Qualitätsstandards für die ökologischen und sozialen Anforderungen an die Herstellung von Textilien aufgestellt hat. „Durchsichtige Strukturen sind uns wichtig“, sagt sie, „irgendwo muss man ja vertrauen können.“ Denn selbst aufs Feld gehen, die Baumwolle ernten und schließlich verspinnen – das geht nun mal nicht. Der nächste Schritt im Leben eines T-Shirts ist die Produktion. „Wir lassen nur hier in Deutschland produzieren“, betont Pütthoff, die lange gesucht hat, um passende Produktionsstätten zu finden. „Die richtige Druckerei, die auch mit unseren leichten Stoffen umgehen kann, haben wir etwa in Süddeutschland gefunden“, berichtet die 41-Jährige. Um den richtigen Farbton und die gewünschte Intensität hinzubekommen, ist Heike Pütthoff gar eines Morgens nach Bayern gebraust und hat zusammen mit dem Drucker Farben per Hand angemischt, bis es endlich passte. Schließlich tragen die fließenden Shirts Prints, deren Vorlage die keramischen Plastiken der Künstlerin Ursula Commandeur bilden – ausgesprochen filigrane Objekte. „Das ist eine echte Herausforderungen für die Druckereien“, so Heike Pütthoff. In ihrer kleinen Werkstatt hortet Heike Püttmann bereits Stoffmuster für die nächste Kollektion. Darunter auch Material für einen Rock, der aus dunkelgrauer Hanf-Ware hergestellt wird. Oder das Muster im Karo-Design, das aus „Cotton in Conversion“ besteht. Diese Bezeichnung steht für Baumwolle, die auf einem Boden wächst, der erst kürzlich auf ökologische Methoden umgestellt wurde. „Das braucht natürlich ein paar Jahre, bis die vorher verwendeten Düngemittel raus sind“, erklärt Heike Pütthoff, die die Bauern – in diesem Fall in der Türkei – so bei der Umstellung auf ökologischen Anbau unterstützt. Auch dort galt: Einfach anfangen, es anders zu machen.


Heike Pütthoff

 

  

Vom Entwurf zum fertigen Shirt: In ihrer kleinen Werkstatt zeichnet Heike Pütthoff erste Entwürfe für die Kleidungsstücke und fertigt schließlich Schnittmuster aus den weich fließenden Stoffen in dezenten Farben und mit puristischem Design. Auch die Röcke in sanften Blau-, Grau- und Grüntönen ziert eine Vorlage der Künstlerin Ursula Commandeur, die ein Grafiker in ein Modeprint umgewandelt hat. ,Alma & Lovis’ haben Heike Pütthoff und Elke Schilling ihr Label genannt. „Uns war es wichtig, den Namen aus zwei Komponenten zusammen zu setzen, weil wir auch zu zweit sind“, erklärt Heike Pütthoff. Zuerst haben sie mit dem Begriff der Alma Mater (lat. alma „nährend“, „gütig“ und mater, „Mutter“), geliebäugelt. Davon ist zumindest der erste Namensteil geblieben. Der Alma zur Seite gestellt haben die beiden kreativen Köpfe schließlich Lovis, deren Name im Niederdeutschen eine starke Kämpferin beschrieb. Die erste Kollektion von Alma & Lovis, die sich aus Shirts, Röcken, Jacken und Accessoires zusammensetzt, wird zum Herbst hin aufgestockt. Das Label lässt in der Anfangszeit nur in kleinen Margen herstellen, vertreibt über Direktverkäufe und einen Online-Shop. Mehr dazu auf der Internetseite, auf der auch ein Mode-Blog erscheint.  

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