Recycling – Kleidung aus Plastikmüll?

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Greenwashing?

Es klingt zunächst einmal gut: „Dieses Kleidungsstück wurde aus recyceltem Plastikmüll aus dem Ocean hergestellt.“ Diese oder ähnliche Informationen findet man an Kleidungsstücken, grundsätzlich wird vermehrt auf Basis recycelter Stoffe hergestellt. Der Beitrag des heute journal bringt die Gesamtproblematik jedoch gut auf den Punkt: Das Ursprungsmaterial hat nichts Natürliches, wie der Begriff „Ocean“ es assoziieren will.

Meeresmüll ist kein hochwertiger Rohstoff. Es ist altes Plastik.

Ein weiterers Problem ist der Anteil des recycelten Rohstoffs bei der Herstellung neuer Kleidungsstücke. Der Bestandteil des „Meeresmüll“ in einer neuen Faser kann nur gering sein. Denn der Müll muss zunächst aufwändig gereinigt und sortiert werden, bevor er in einem Anteil von maximal 10% in Kombination mit reinem Kunststoff zu Garn und Stoff weiterverarbeitet werden kann. Das Endprodukt besteht schließlich auch wieder zu 100% aus Plastik und verliert beim Gebrauch wieder Plastikpartikel, die zu einer Belastung der Umwelt führen.

Wir finden Recycling gut.

Der Kreislauf muss allerdings unterbrochen werden, um das Problem zu lösen – die Verschmutzung der Meere zu stoppen. Und letztlich geht das nur mit insgesamt weniger Plastik.

Für uns gibt es keine Alternativen zu Naturmaterialien. Von Anfang an nicht.

 


heute journal

Kleidung aus Plastikmüll? 

Die Textilbranche sucht die grüne Zukunft. Viele Hersteller bieten Produkte aus recyceltem Plastikmüll an – aus den Weltmeeren. Dadurch soll die Umwelt entlastet werden. Umweltschützer sprechen von Täuschung. Wie glaubwürdig ist das „Greenwashing“-Modell?

Von Patricia Schäfer
Beitragslänge: 3 min
Datum der Ausstrahlung:
Video verfügbar bis 17.02.2021

 

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